wintersonne

world EXPO zaragoza

Eine überdimensionale, begehbare Schneekugel ist das zentrale installative Objekt, umgeben von einer panoramatischen, animierten Projektion: Dieses begehrte österreichische Patent eines Wintersouvenirs wird zum Habitat für Menschen in weitläufigen abstrakten Landschaften. In entspannten Posen lagern und bewegen sich freundlich gestimmte Menschen auf einer Gletscherwiese, im Sonnenblumenfeld, am Bergsee und zwischen den Heuballen eines frisch gemähten Feldes. Das Land steigert seine natürlichen jahreszeitlichen Ressourcen für Winter- und Sommerurlaub zum totalen, künstlichen Ereignishorizont. Wir befinden uns in der nahen Zukunft des simulierten Wetters. Ein Sonnenbad am Gletscher, jederzeit.

photos: a. giannotti, m. loizenbauer, c. haring

Die langsamen, fast privaten Posen der PerformerInnen der Projektion mischen sich diskret mit jenen von Zufallsposeuren. Alle sind sie am Seestrand und blicken den Pavillonbesucher einladend an.

Von Zeit zu Zeit nähern sich die virtuellen Personen dem Rand zwischen Projektion und Auditorium. Sie scheinen sich über ihre eigene Projektionsfläche zu beugen, stehen da und stellen dem Besucher die Frage nach seiner eigenen Erwartung: was wünscht er/sie sich von einem idealen Land? Vielleicht nur, dass seinesgleichen geschieht, an einem idealen Strand.

Der goldene Schnitt, die feine Linie der Balance wird durch die Projektion simuliert, eine rein virtuelle Linie, einen Bühnenhorizont, der die Verhältnisse von innen und außen zugleich darstellt und zum Verschwimmen bringt.

Die transparenten Zonen des Hineinschauens und Herausschauens verdichten die Panoramastraße durch die Wetterzonen zu einem Spiel des Zeigens und Schauens, durch die Flocken der Sand, der Gletscher und zurück. Ein Gleiten durch die Biosphären bis alle vom selben Element umgeben sind und sich das künstliche Wasser in sich selbst ergießt.

03.08.2019

ImPulsTanz Vienna International Dance Festival, AT

01.08.2019 (premiere)

ImPulsTanz Vienna International Dance Festival, AT

dates

Künstlerische Leitung, Choreografie, Video: Chris Haring
Tanz und Choregrafie: Luke Baio, Stephanie Cumming, Katharina Meves
Komposition, Akustik: Glim (Andreas Berger)
Bühnengestaltung, Licht: Thomas Jelinek
Video, Editing, Foto: Michael Loizenbauer
Video, Editing: Viktor Schaider, Blendwerk
Produktion: Marlies Pucher
Bühnengestaltung, Visuals: Aldo Giannotti
Text: Katherina Zakravsky

Performance & Installation zur Eröffnung des Österreich Pavillons am 19. Juni 2008 im Rahmen der Weltaustellung Zaragoza

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